Im Sommer 2015 bin ich umgezogen. Anschließend habe ich meine Erfahrungen unter www.umzugsfirmen-check.de gepostet, da aber meine Bewertung nicht veröffentlicht wurde (möglicherweise werden nur positive Bewertungen veröffentlicht?), habe ich meinen Bericht hier hochgeladen.


Unser Umzugsunternehmen war die

A&E Logistik GmbH & Co. KG
Internationale Möbelspedition
Boßlerstraße 19
73240 Wendlingen

Im Internet unter www.aelogistik.de zu finden.


Hier meine Erfahrungen:


Wir wohnten südlich von Stuttgart und sind in den Norden der Schweiz gezogen, ca. 150 km Fahrstrecke. Wir haben uns im Vorfeld bewusst gegen eine Internetauktion unseres Umzugs entschieden, da wir uns nicht zutrauten, das Umzugsvolumen zu schätzen. Daher haben wir unsere alte Wohnung von der A&E Logistik GmbH & Co. KG besichtigen lassen. Der Umzugsberater von AE hat mit uns alle Räume durchgesehen und hin und wieder Notizen gemacht. Dann sagte er, dass wir 45 m³ Umzugsgut hätten und er zwei LKWs benötigen würde. Der Umzug sollte an nur einem Tag stattfinden: Morgens einpacken, am frühen Nachmittag losfahren, am späten Nachmittag ausladen. Ein Umzug an nur einem Tag fanden wir natürlich gut. Auf unseren Einwand, dass wir ein anderes Angebot haben, das zwei Umzugstage ansetzt und statt auf 45 m³ auf 80 m³ kommt, meinte der AE-Umzugsberater nur verächtlich: “Ja, andere!”.
 
Als AE unsere Wohnung besichtigt hat, hatten wir schon ein paar Dutzend Umzugskartons selbst gepackt. Der Umzugsberater bot uns aber einen “Einpackservice” für nur 300 € an. Den haben wir dann gleich dazu gebucht.
 
Der AE-Umzugsberater sagte uns, dass AE pro Tag im Schnitt 13 Umzüge macht und mehrfach pro Woche auch Umzüge in die Schweiz. Mit dem Schweizer Zoll würde es aber immer wieder Probleme geben: Selbst wenn man noch so korrekt das Umzugsgut und alle Wertgegenstände deklariert, würde ein Formfehler schnell dazu führen, dass hunderte oder tausende Euro für Verzollung und Einfuhrumsatzsteuer fällig würden. Für nur 250 Euro würde sich aber AE um die Zollanmeldung und die Formalitäten kümmern. Ich hatte mich vorher schon etwas über die Zollanmeldung informiert, und war der Meinung, dass der Schweizer Zoll eigentlich nie Probleme macht (man darf nur den LKW nicht überladen). Der AE-Umzugsberater hat uns dann aber doch überzeugt, dass es sicherer ist, wenn ich AE mit der Zollabwicklung beauftrage.
 
Als ein paar Tage später das Angebot von A&E Logistik kam, war plötzlich nicht mehr die Rede von einem Umzug an nur einem Tag. Plötzlich sollte der Umzug drei Tage dauern (1. Tag: Kartons packen, 2. Tag LKWs beladen, 3. Tag: fahren und ausladen). Auf unseren Einwand, dass ursprünglich von einem Tag die Rede war, rief der Geschäftsführer zurück und bot an, den Umzug an zwei Tagen durchzuführen (1. Tag Kartons packen und LKW beladen, 2. Tag zum Zielort fahren und ausladen). Für mich war das nicht so tragisch, da ich nur am ersten Tag Urlaub nehmen musste, weil die Zollabwicklung am zweiten Tag ja von AE durchgeführt würde (schön wäre es gewesen!) und ich beim Ausladen nicht dabei sein muss, da der Schwiegervater vor Ort sein wird.
 
Der Umzugsberater und das schriftliche Angebot wiesen darauf hin, dass es sich um ein Festpreis-Angebot handelt (das wird noch wichtig!): Wenn AE für unseren Umzug länger als geplant brauchen würde, würde uns das nichts extra kosten. Andererseits würden wir auch nichts zurückbekommen, wenn sie schneller fertig werden würden als veranschlagt.
 
Dann kam der Umzugstag (bzw. „die Katastrophe“).
 
Das erste Fahrzeug von AE-Logistik kam mit 30 Minuten Verspätung. Darin saßen mehrere Rumänen, von denen niemand auch nur ein Wort Deutsch konnte. (Hier ein wichtiger Tipp: Kartons auf rumänisch beschriften! Alle selbst beschrifteten Kartons landeten in den falschen Zimmern, da mit “Bad”, “Büro” oder “Wohnzimmer” niemand etwas anfangen konnte und auf die Piktogramme sowieso niemand schaut. Wir haben uns hinterher totgesucht!)
Immerhin konnte einer der Rumänen etwas Englisch (was macht A&E bei Kunden, die kein Englisch können?) wodurch ich erfahren habe, dass der “Chef” mit dem nächsten Fahrzeug kommt, und bevor er da ist, nicht angefangen werden dürfe. Der “Chef”, der immerhin gebrochen Deutsch konnte, kam dann 15 Minuten später, wodurch dann mit nur 45 Minuten Verspätung angefangen wurde.
 
Nach einer kurzen Wohnungsbesichtigung stellte der “Chef” verwundert fest, dass unser Hausrat noch nicht komplett in Kartons verpackt ist. Ihm wurde wohl gesagt, dass eine andere AE-Mannschaft am Vortag alle Kartons packen sollte, die er jetzt nur noch einladen müsse (also ein 3-Tage-Umzug). Die Mannschaft begann also mit dem Packen. Während das Geschirr noch sorgfältig einzeln in Papier eingeschlagen wurde, wurde alles andere nur lieblos in die Kartons geschmissen. Was ich leider erst am Abend bzw. am nächsten Tag beim Ausladen mitbekommen habe: Die A&E-Leute waren auf das Einpacken überhaupt nicht vorbereitet! Sie hatten viel zu wenig Kartons und Verpackungsmaterial mitgebracht. Hätte ich das rechtzeitig mitbekommen, hätte ich sie wieder weg geschickt um Verpackungsmaterial zu holen, aber so haben sie erst ihre Reserve aufgebraucht, dann meine Reste an Kartons und Luftpolsterfolie verbraucht und dann aufgehört, die Sachen einzupacken und alles lose bzw. ungeschützt in den LKW gestapelt!
 
Direkt nach der Besichtigung stellte der “Chef” fest, dass die veranschlagten 45m³ viel zu wenig waren und seine beiden LKWs wohl nicht ausreichen würden. Er schimpfte über AE, dass die Umzugsberater immer zu wenig Volumen angeben würden, um ein günstiges Angebot machen zu können und die Möbelpacker es dann ausbaden müssten.
 
Am späten Nachmittag waren die LKWs dann voll (und überladen) aber das Umzugsgut noch nicht komplett verladen. Dann wurde wild telefoniert. AE schickte einen zusätzlichen Sprinter los, um den Rest einzuladen und die LKWs fuhren zurück zu AE um die Überladung auf einen Anhänger zu verteilen. Gleich darauf rief mich der Geschäftsführer von AE Logistik an, erzählte mir, was für einen tollen Job seine Firma heute geleistet habe und wie zufrieden ich bisher sein müsse (???!!!) und er mir den Sprinter leider extra berechnen müsse. Von einem Festpreis wollte er nichts mehr wissen, und dass sein eigener Mitarbeiter vorab das Volumen ermittelt hatte, war für ihn nicht mehr relevant!
 
2. Tag (Katastrophe Teil II)
 
Die LKWs sollten gegen 6 Uhr losfahren und gegen 10 Uhr wollte man am Ziel sein. Kurz nach 9 klingelte mein Handy: Die LKWs mit dem Umzugsgut hingen am Schweizer Zoll fest, da die Unterlagen unvollständig seien, wichtige Angaben fehlen würden und meine Unterschrift nur als Fotokopie vorliegen würde aber im Original benötigt wird. Es folgen über eine Stunde Telefonate mit AE, dem Zoll und meiner Frau vor Ort. Der (sehr freundliche) Zollbeamte erklärt mir, dass das Zollformular in der Sektion des Speditionsunternehmens überhaupt nicht ausgefüllt und nicht unterschrieben sei, keiner von den Rumänen, die vor ihm stehen würden, Deutsch verstünde und meine Unterschrift als Eigentümer des Umzugsgutes im Original vorliegen müsse. Das Formular hatte mich AE vorher unterschreiben lassen, anschließend wollten sie es per Email zurückgeschickt bekommen. Dadurch geht natürlich die Originalunterschrift verloren. Laut AE hatten sie noch nie Probleme mit dem Schweizer Zoll. Ich glaube eher, dass es daran liegt, dass sie wohl doch nicht so viele Umzüge in die Schweiz durchführen wie sie behaupten: Sie haben die Zollpapiere überhaupt nicht ausgefüllt. Sie haben sie nicht einmal vorher durchgesehen, um zu prüfen, ob sie komplett sind. Und sie haben kein Original vorgelegt, obwohl darauf extra auf der Zoll-Webseite hingewiesen wird!
 
Wie reagierte A&E Logistik auf das Problem? Gar nicht! Der Sachbearbeiter aus der Zentrale sagte meiner Frau, dass der Geschäftsführer jedes Handeln seiner Mitarbeiter strikt untersagt habe. O-Ton des Sachbearbeiters: “Ich mache jetzt nichts mehr!” - Mit diesen Worten lies AE nicht nur mich und mein Umzugsgut im Stich sondern auch seine eigenen Mitarbeiter, die bei 35°C im Schatten am Zoll vor sich hin schmorten. So sieht offensichtlich die Zollabwicklung durch AE Logistik aus.
 
Mittlerweile war mein Toleranzpotential erschöpft, daher hätte ich liebend gerne die Sache ausgesessen. Unsere kleine Tochter war aber darauf angewiesen, dass unser Hausrat schnell wieder auftaucht. Daher nahm ich den Tag frei, fuhr zum Zoll und machte die Zollerklärung selbst.
 
Mit fünf Stunden Verspätung kam dann unser Umzugsgut endlich an. Mich rief der Geschäftsführer wieder an und beharrte auf der Nachzahlung für den Einsatz des Sprinters. Und er bestand darauf, dass ich ja mit der Leistung von AE grundsätzlich immer noch sehr zufrieden zu sein habe und er mir ja mit dem zusätzlichen Anhänger schon so weit entgegen gekommen sei - der Festpreis aber unter diesen Umständen nicht mehr gelte und ein Gericht das auch so sehen würde....
 
Während des Ausladens wurden die Leute mehrfach telefonisch zur Eile angetrieben und somit wurden die Fahrzeuge in der Rekordzeit von nur 2,5 Stunden im Dauerlauf ausgeladen.
 
Die Möbelpacker, die schon 5 Stunden in der Gluthitze beim Zoll verbracht hatten und ohne Wasservorräte und Essen bei uns ankamen, waren teilweise dem Kreislaufkollaps nahe, und wurden von uns mit Wasser und Keksen notversorgt - mehr hatten wir leider auch nicht.
 
Epilog (Katastrophe Teil III)
 
Das Auspacken war unsere Aufgabe. AE hat nur die Kartons und Möbel hereingetragen. Nur zwei Möbelstücke hatten sie vorher zerlegt: 1 Schrank, 1 Bett. Daher ist es kein Wunder, wenn das Volumen so hoch war. Vertraglich vereinbart war, dass sie alle Möbel wieder aufbauen. Das Bett haben sie aber aus Zeitnot nicht wieder aufgebaut. Zum Glück! Jedenfalls ist der teure Schrank, den sie wieder aufgebaut haben, jetzt im Eimer: Es sieht so aus, als wenn dem Monteur der Akkuschrauber mehrfach abgerutscht ist und dabei Furchen durch das Holz gezogen hat. Einen Kratzer haben wir auch im Parkett, weil er den Schrank wohl alleine durch das Zimmer geschoben hat. Im Grund war das aber noch harmlos, denn in den nächsten Tagen haben wir erst das ganze Ausmaß der Schäden gesehen, da viele kaputte Sachen hinter anderen versteckt waren oder zwei beschädigte Schränke einfach so aneinander gestellt wurden, dass man die Schäden nicht sehen konnte. Es gibt kaum einen Schrank oder einen Tisch, der nicht beschädigt wurde. Stühle, Schuhschränke, Teppiche, Fahrrad, Grill, Kaffeemaschine, Bücherregale, Lautsprecher, Schreibtischlampe, Schwerlastregale, Bilderrahmen, .... verkratzt, gebrochen, eingedrückt, verbogen, verdreckt! Die Sachen wurden unverpackt transportiert, haben teilweise während des Transportes aneinander gescheuert, sind umher gerutscht oder wurden vermutlich von den erschöpften Mitarbeitern fallen gelassen. Vieles hat auch durch die Backofentemperaturen gelitten, die sich über Mittag in den LKWs gebildet hat, als sie beim Zoll in der prallen Sonne standen. Einige Pflanzen haben das nicht überlebt.
Meine persönliche Erkenntnis aus diesem Umzug: Alles was man nicht selbst vorher in Kartons verpacken kann, gleich wegschmeißen und nach dem Umzug neu kaufen. Das spart Umzugskosten (neu kaufen muss ich vieles nun sowieso) und man kennt genau das Volumen, wenn man die Kartons zählt. Dann bleibt man auch von Nachforderungen verschont. Der Geschäftsführer hat angedroht, die Zusatzgebühren für den Sprinter einzuklagen. Ich habe ihnen gesagt, dass ich freiwillig nicht zahlen werde und harre der Dinge, die da kommen werden. Er versuchte, mich unter Druck zu setzen und behauptete, dass ich während des Umzuges telefonisch den Zusatzgebühren zugestimmt hätte, wobei er den Lautsprecher des Telefons eingeschaltet hatte, wodurch mehrere seiner Mitarbeiter meine Zustimmung bezeugen könnten. Denn hätte ich nicht zugestimmt, so hätte er seine Möbelpacker angewiesen, ein Pfand aus meinem Umzug einzubehalten.
 
Um die Schadensbegleichung kümmert sich auch niemand, obwohl meine Schadenanzeige schon über sieben Wochen her ist. Zudem möchte ich mein Geld für die Zollabwicklung zurück haben, die AE nicht durchgeführt hat und für die ich einen Tag Urlaub nehmen musste. Sieht ganz danach aus, dass ich jetzt den Rechtsweg beschreiten muss.